Liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Tribsees und ihrer Ortsteile,

Mitte März führte die Wanderschaft von drei Gesellen diese aus Deyelsdorf kommend unterwegs auf die Insel Rügen auch nach Tribsees. Eine Bäckerin, ein Zimmermann und ein Dachdecker hielten sich noch an den Brauch des Vorsprechens. Kommt ein Wandergeselle in eine neue Stadt, so muss er beim dortigen Bürgermeister vorsprechen. WAS dort genau WIE gesprochen wird, zählt zu den großen Geheimnissen der „Schächte“ (Handwerkervereinigung) und wird tatsächlich nur von Geselle zu Geselle weitergegeben. Das geschieht nicht aus Eitelkeit, sondern zum einen aus Schutz der Tradition und zum anderen zum Schutz vor Missbrauch. Sonst kommt eines Tages einer als Wandergesell verkleidet, sagt sein Sprüchlein auf und bekommt einen Platz, den eigentlich ein „echter“ Handwerker einnehmen sollte. Es soll schon Privileg derer bleiben, die auf der Straße sind. Es war schon interessant zu hören, was die Gesellin und die Gesellen, von denen schon einer drei Jahre unterwegs war, berichteten. Wissenswertes zur Walz findet sich u.a. unter der Internetadresse

https://www.plant-wissen.de/gesellschaft/arbeit/handwerk_heute/auf-der-walz-sein-100.html

Nunmehr ist seit Wochen neben dem Thema Coronaschutzimpfung auch das Schnell- bzw. Selbsttesten in aller Munde. Viele Telefonate mit den verschiedensten Entscheidungsträgern haben dazu geführt, dass die Stadt Tribsees mit großem Engagement unserer Apothekerin Frau Klaffki zunächst Schnelltests in der Apotheke nach deren regulären Öffnungszeiten anbieten konnte – hierfür ein großes Dankeschön. Dank auch für die Bemühungen, uns bei der Eröffnung eines Schnelltestzentrums zu unterstützen: Ab dem 07.04.2021 war es uns mit Hilfe des Landkreises Vorpommern-Rügen und unserer Pateneinheit der FlaRakGruppe 24 der Bundeswehr sowie unseren Stadtmitarbeitern gelungen, ein eigenes Testzentrum auf der Freilichtbühne aufzubauen. Damit kann auch den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt das Angebot einer Testung – die Voraussetzung für viele Aktivitäten ist – gemacht werden, ohne dass sie unter erheblichem Zeitaufwand kilometerweit fahren müssen.

Zur weiteren Gestaltung unseres Spielplatzes in der Stadt kann ich mitteilen, dass sich die Kinder der Kita „Trebelforscher“ auf verschiedene Märchenfiguren für die Äste der heruntergeschnittenen Pappeln auf dem Spielplatz geeinigt haben – lassen Sie sich überraschen! Auch der Ersatz des Sandkastens und kaputter Spielgeräte ist in Auftrag gegeben worden, ebenso werden die notwendigen Reparaturen umgesetzt.

Berichten kann ich, dass die vertragliche Beziehung zu dem Abrissunternehmen, welches den Auftrag zum Abriss und Beräumung der Goethestraße 4 erhalten hatte, beendet ist. Ein juristisches Nachspiel wird sicher auf uns zukommen; nichtsdestotrotz werden wir mit Unterstützung eines Sachverständigen für Gefahrstoffe (Asbest, Holzschutzmittel, Künstliche Mineralfasern, teerhaltige Materialien, PCB etc.), der uns auch bei der Ausschreibung der weiteren Sanierungsmaßnahmen auf dem Grundstück behilflich ist, die Beräumung schnellstmöglich vorantreiben.

In den letzten Wochen habe ich intensive Gespräche mit Interessenten geführt, die gern in unserer Altstadt bauen wollen. Dabei wollen sie oft berufliche Tätigkeit und Wohnen miteinander verbinden. Ich hoffe, dass die aktuelle und zukünftige Bautätigkeit auch Eigentümer weiterer Häuser in der Altstadt dazu bringt, ihr Eigentum instand zu setzen oder an Bauwillige zu veräußern.

Leider mussten wir den für den April 2021 geplanten Subbotnik verschieben. Jedoch ist natürlich jedem unbenommen, sich für seine Umgebung einzusetzen, vielleicht mal Müll zu sammeln oder kleinere Verschönerungsprojekte anzuschieben, natürlich den geltenden Corona-Regeln entsprechend. Sie können mich gern dazu ansprechen. Vielleicht verschieben wir den Subbontik in diesem Jahr auf den Herbst und machen das eine oder andere winterfest.

Gesehen haben Sie sicher auf unserem Binsenteich das neue Entenhaus. Dieses wurde im Strukturförderverein in Stremlow gefertigt und durch unserer Stadtarbeiter in die Teichmitte geschafft – super Arbeit, dass es nicht unterging! Wollen wir doch mal sehen, wann die ersten Bewohner einziehen.

Ich glaube, dass es viele dieser Kleinigkeiten sind, die das Leben in unserer Stadt und in Landsdorf, Thomashof, Stremlow, Rekentin und Siemersdorf lebenswert machen. Sie haben alle Ihren Anteil daran und dafür danke ich Ihnen ganz herzlich!

Bleiben Sie gesund!

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Bernhard Zieris

Bürgermeister

Stadt Tribsees

Zusammenfassung:

Der Bürgermeister berichtet über das traditionelle Vorsprechen von Wandergesellen beim Bürgermeister und betont die Bedeutung dieser Tradition für die Handwerkskultur. Er informiert über die Einrichtung eines Schnelltestzentrums in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, um den Bürgern Zugang zu COVID-19-Tests zu erleichtern. Die Gestaltung des Spielplatzes wird fortgesetzt, wobei die Kinder der örtlichen Kita Märchenfiguren für die Baumstämme auswählen. Der Abriss der Goethestraße 4 wird vorangetrieben, und es werden Gespräche mit potenziellen Bauherren geführt, um die Bautätigkeit in der Altstadt anzukurbeln. Der für April geplante Subbotnik wird aufgrund von Umständen verschoben, aber Bürger werden ermutigt, sich weiterhin für ihre Gemeinde einzusetzen. Der Bau eines neuen Entenhauses am Binsenteich wird ebenfalls erwähnt. Der Bürgermeister dankt den Bürgern für ihre Beiträge zur Gemeinschaft und wünscht allen Gesundheit.